Es
ist beinahe ein Monat vergangen, seit ich das letzte Mal etwas geschrieben
habe. Das schlechte Gewissen plagt mich schon ein bisschen, aber der innere
Schweinehund war in den letzten Wochen einfach stärker. Ich schlief schlecht,
konnte mich kaum aufraffen, die Übungen zu machen, und Lächeln war eine
ziemlich anstrengende Angelegenheit.

Man
könnte meinen, dass nach einem Monat Nichtstun “alles auf Anfang
ist”, aber zum Glück ist das nicht so. Meine Augen haben sich weiter
verbessert, auch wenn es Tage gibt, wo ich daran zweifle. Aber es dauert halt
einfach seine Zeit, inneres Zyankali in Honig zu verwandeln.

Wie
Norbekov in seinem Buch beschreibt:
Es
macht keinen Unterschied, ob wir 9 Löffel Zyankali mit 1 Löffel Honig mischen
oder 9 Löffel Honig mit 1 Löffel Zyankali. Tödlich ist es alleweil. Genau so
ist es mit der inneren Haltung oder dem Charakter. Wenn wir 90% positiv über
uns denken und 10% negativ, dann entspricht das 9 Löffel Honig mit 1 Löffel
Zyankali.

Ich
bin froh, dass diese Metapher nicht 1:1 übertragen werden kann, denn sonst wäre
ich wohl bereits tot. Das heisst aber nicht, dass ich in den vergangenen Wochen
nichts für meine Gesundheit bzw. Sehschärfe getan habe. Denn ich habe an
diversen Prägungen gearbeitet, so z.B. meiner lähmenden Angst, meinem Perfektionismus
und meiner Angst vor Nähe. Einiges davon konnte ich endgültig loslassen und somit
mein Verhältnis zwischen Zyankali und Honig weiter verbessern. Auch wenn ich
noch nicht 100% Honig in mir trage, lässt sich das Resultat im wahrsten Sinne des Wortes sehen, denn gerade
schreibe ich ohne Brille.

Ob
ich den Text scharf sehe?
Nein,
aber das kommt noch – wenn auch später als erwartet oder erhofft.